Der Unbekannte Soldat Merinsky

Ich bin auf der Suche nach der Familie von Rudolf Merinsky, verschollener Soldat im ersten Weltkriege an der italienischen Front.

Ein Teil seiner Geschichte ist auf dieser Seite dargelegt. Vielleicht kann ich eurerseits Unterstützung bekommen.

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit der Forschung der Kämpfe die, im ersten Weltkriege, am unteren Verlauf des Piave Flusses stattgefunden haben.

Eines Tages bekomme ich Einsicht im Friedhofsregister des Militärfriedhofes von Fossalta di Piave.  Ich merkte daß es viele Namen darin sich befanden, die nicht auf den Grabsteinen des Knochenfriedhofes angebracht waren. Dies, weil diese Namen nicht dem österreichisch ungarischen Heere zugeschrieben wurden. Aus diesem Grunde wurden sie der Liste der unbekannten Soldaten zugeteilt. Vom kaiserlichen Heere sind ungefähr 500 davon in diesem Friedhof von Fossalta verzeichnet. Dies ist darauf zurückzuführen, daß vielleicht seitens der Italiener die Namen irrtümlich wiedergegeben worden sind oder daß die Erkennung bei der Leichenfindung besonders schwierig von statten ging. 

Auf der ersten Seite fand sich die Liste der Offiziere. Es viel mir sofort der Name des, als Flieger angegebener, Rudolf Merinschi auf. Vom Novembermonat des Jahres 1917 bis zum November 1918 vielen auf diesem Gebiet etliche Fugzeuge; einer davon wurde sogar von Ernst Hemingway, der in Fossalta im Juli 1918 verwundet worden ist, fotografisch aufgenommen.

Meine Neugierde wuchs heran, als ich die Lage des Grabes im Register angegeben fand ( Io 244 ) mit der entsprechenden Matrikelnummer des Soldaten - d 55912.

Es erscheint sonderlich daß dieser Kämpfer nach dem Kriege, mit all diesen Angaben, nicht erkannt worden ist.

Daraufhin unterstellte ich diese Informationen dem österreichischen Schwarzen Kreuz. Von Ihnen bekam ich den Hinweis daß, ihrerseits, kein Merinschi aufgezeichnet erscheint als ein in Fossalta begrabener Soldat.

Ich dachte immer wieder an diesem Mann, der unbekannt bleiben muß, obwohl so viele Angaben über ihn bekannt seien. Meine Überzeugung war auch, daß er an einer führenden Stellung gewesen sei mußte, da er der einzige Flieger war der erkannt worden ist. Zu jener Zeit gab es allerdings nicht viele Flieger.

Deswegen suchte ich daraufhin in der Liste der „zugelassenen“ österreichisch ungarischen Flieger nach. Auch darin fand sich kein Merinschi. Die suche nach den gefallenen österreichisch ungarischen Piloten ergab auch keinen Erfolg. Dieser Rudolf allerdings, lag dort unter seinen Kameraden.

Bei meiner weiteren Nachforschung über die Schlachtereignisse, bekam ich eines Tages einige Bilde, eines über Fossalta abgeschossenes Flugzeuges, zu sehen. Auf seinen Flügeln waren eindeutig die geradlinigen Kreuze zu erkennen, die vom der österreichisch ungarischen Armee seit dem Frühling 1918 vom deutschen Heer genauestens übernommen worden sind. Aus dem Bild war zu erkennen daß der Abschuß gegen Ende des Winters stattgefunden haben muß, als noch einige deutsche Flieger über dem Piave Fluß sich bemerkbar machten.

Konnte dies ein deutscher Flieger gewesen sein? Die Erklärung lag nahe.

 

Um Informationen zu erlangen, wohin man sich diesbezüglich in Deutschland wenden sollte, sprach ich das österreichische Schwarze Kreuz wieder an. Mit viel Geduld bekam ich die Antwort, daß in ihrer Aufstellung, dieser Name nicht aufzufinden sei.

 

Es sah so aus, als ob der Fall zu Ende sei, aber das Schicksal verließ mich nicht.

 

Bei einer meiner Pilgerfahrten zum Kriegsarchiv in Wien, immer auf Informationsjagd über das Vorgehen am unteren Piave Verlauf, traf ich auf eine Abhandlung  über die Fliegertäigkeit seitens der Isonzo Armee. Diese befand sich, Im August 1918, im Kampfe auf dem unteren Piave Verlauf. Mein Blick viel auf folgenden Text.

 

Der Verlauf. Am 8. August wurden, das Feldpilot Offizier Pillat als auch der Ofiziel Beobachter Merinsky, beide von der 5. Fliegerkompanie Flik, nach einem Luftkampf über dem Piave Fluß abgeschossen. Ihre Flugzeugnummer war 137.38. Der Pilot fiel innerhalb seines Kampfebietes ab (linkerseits des Flusses, höchstwahrscheinlich bei Noventa ), während der Beobachter aufgrund des Bodenaufschlags auf feindlichem Gebiet zum sterben kam ( rechterseits des Flusses bei Fossalta )

Zur Zeit besaßen die Flieger keinen Fallschirm. Der Pilot, in der Hoffnung eine Möglichkeit eines besseren Aufpralles zu erlangen, hatte sich wahrscheinlich vor der Kollision aus dem Flugzeug herausgeworfen. Rudolf seinerseits, besaß entweder nicht den Mut die Gurte frei zu machen und sich dem freien Fall hinzugeben, oder er war bereits hingeschieden; deswegen befand er sich als einziger  Insaßer im Flugzeug. Er war nicht ein Pilot, er war nur ein Beobachter.

Mittels dieser Informationen, wobei ich den originalen und nicht den italienisierten Namen benutze, habe ich diese Seite verfaßt. Auf diesem Wege möchte ich dies alles bekannt geben mit der Hoffnung jemanden seiner Nachkommen, bzw. seiner Familie, zu finden.

Höchstwahrscheinlich wird sich niemand mehr vorfinden der ihn direkt beweint hat, allerdings muß ich annehmen, daß bestimmt irgendwo die Erinnerung an ihm noch irgendwie wachgeblieben ist.

Meine Absicht liegt darin bekannt zu geben, daß er nicht mehr als verschollener und „unbekannter Soldat“ existiert, sondern daß er, mit all den Kameraden jenes Krieges um Fossalta di Piave, würdig begraben ist.

Brunomarcuzzo@gmail.com

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PS:       Die Geschichtsforschung zieht weiter:

Mit wem habe diese Mannschaften in den Lüften über den unteren Piave Verlauf gekämpft ?

Es scheint unglaublich, aber an jenem Tage gab es ziemlich viel Verkehr. Nur um sich ein Bild davon vorzustellen: Da gab es z. B. Baker der nach Hause zurückkam nachdem er Tandura mit dem Fallschirm abgeworfen hatte.

Oder D'Annunzio der mit der Serenissima Gruppe über Wien Propagandazetteln abwarf.

 

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